Was stärkt den Körper in deinem Alter

Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass jedes Jahrzehnt ein eigenes Paket an einzigartigen Chancen und Herausforderungen bereithält – und dass sich dein Körper womöglich alle sieben Jahre „umbaut“? Was ist für dich in deiner Lebensphase gerade dran – und was ist vielleicht völlig kontraproduktiv?

Starksein in jedem Alter ist ein wichtiges Thema für alle sportlich Aktiven. Es könnte dein bislang unbenutzter Schlüssel zu mehr Gesundheit, Lebensfreude und Leistungsfähigkeit sein!

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Fotos: Michael Böhm | Bernd Rosso

„Mit allem Großen ist es wie mit dem Sturm. Der Schwache verflucht ihn mit jedem Atemzug, der Starke stellt sich mit Lust dahin, wo‘s am heftigsten weht.“ (Christian Morgenstern)

Ab 30 geht es abwärts… stimmt das?

„Du darfst doch jetzt kein Fußball und Volleyball mehr spielen, das macht man ab einem Alter von 30 Jahren nicht mehr!“ Dieser Satz eines befreundeten Personal Coaches hat mich im letzten Jahr ganz schön ins Stutzen gebracht. Ich war Ende 30 und hatte neben dem Faible für Ultraläufe auch viel Freude an Ball-Sportarten mit hoher Verletzungsgefahr.

Ein befreundeter Orthopäde, der selbst mit Knieproblemen noch Fußball spielt, gab mir dagegen einen anderen Rat: „Freude ist wichtiger als Schmerzfreiheit!“ Aber was ist nun dran an der Behauptung – wie sollten wir in dem jeweiligen Lebensalter trainieren, essen und regenerieren? Was sollte ich über die Erneuerungsprozesse und Alterungsprozesse meines Körpers wissen? All diese Fragen haben mich neugierig gemacht.

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Fotocredit: SCC Events Berlin Marathon | Norbert Wilhelmi

Unser Körper baut sich immer wieder um

Vielleicht hast du mal von der 7-Jahre-Regel gehört? Sie besagt, dass nach 7 Jahren in der Regel eine Veränderung ansteht.

Forschungen zeigen, dass sich der Mensch tatsächlich alle sieben bis zehn Jahre wandelt – wir bekommen also mit jedem Jahrzehnt einen „neuen“ Körper, doch die Veränderungen finden unterschiedlich schnell statt. Körperzellen sterben ab und werden durch neue ersetzt, das gehört zum Leben dazu.

Wenn wir uns beim Trailrunning eine Schürfwunde zugezogen haben, können wir diesen Prozess gut beobachten, wie sich die Haut erholt. Auch im Inneren gibt es schnelle Heilungsprozesse: Forscher gehen davon aus, dass nach 2 bis 4 Tagen das Oberflächen-Gewebe im Dünndarm völlig ersetzt ist. 8 Tage soll der Prozess bei unseren Lungenbläschen dauern. Unser Skelett ist nach 10 Jahren ein anderes. Eine Fettzelle lebt im Schnitt 8 Jahre. Es ist faszinierend, wieviel in unserem Körper passiert, ohne dass wir es so richtig bemerken.

Warum ist das Alter dabei wichtig?

Fakt ist: wir altern nicht wirklich kontinuierlich, sondern in Sprüngen. Und es geht schon ab dem 25. Lebensjahr los. In den Lebensjahrzehnten danach finden verschiedene Prozesse statt, über die wir mehr wissen sollten, um uns gut um unseren Körper kümmern zu können.

Wir wollen gerne alt werden, aber immer jung aussehen. Man soll uns das Altern nicht anmerken, auch wenn es überall zwickt und zwackt. Doch egal, was wir dagegen unternehmen: Wir alle altern. Der eine schneller, der andere langsamer. Wie wir altern, darauf können wir Einfluss nehmen. Aber dass wir altern, sollte uns nicht so sehr bekümmern, sondern motivieren.

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Bodo Heil beginnt spät mit dem Laufen und rennt Marathons im hohen Alter

Jedes Alter hat ein eigenes „Paket“ zu bieten!

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass jedes Lebensjahrzehnt, jedes Jahr ein eigenes Paket an Möglichkeiten, Wachstumsschüben und Alterungsprozessen mit sich bringt. Ich bin sehr froh, dass ich mit Mitte 20 einen Bungee Sprung gemacht habe, denn jetzt hätte ich kein gutes Gefühl mehr dabei.

Manche Dinge muss man tun, wenn man 20 ist, manche machen erst mit 30 Sinn. Es gibt Ziele, die sind erst mit 40 Jahren so richtig schön und andere werden erst in der zweiten Lebenshälfte zum Genuss.

Wir reifen und werden mit den Jahren auf besondere Aufgaben vorbereitet. Wer mit dieser Einstellung, Ehrlichkeit, Neugier und gesundem Menschenverstand auf das jeweilige Lebensjahrzehnt blickt, kann deutlich mehr erreichen und Freude erleben.

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Jeannie Rice läuft mit 74 Jahren noch Weltrekorde

Tipps: Was stärkt den Körper in jedem Alter

Es gibt viele Möglichkeiten, wie wir unseren Körper innerlich und äußerlich widerstandsfähiger machen, manche fallen uns leicht, andere müssen wir uns immer wieder vor Augen führen.

Hier ein paar Anregungen:

1. Erst Kennen. Dann Stärken.

Bevor wir unseren Körper stärken, sollten wir ihn richtig kennen, nicht ständig über- oder unterfordern, ihn mit dem versorgen, was er wirklich braucht und uns mehr mit unseren Genen, Mustern, Schwächen und Stärken auseinandersetzen. Kenne deine Stärken und Schwächen, bevor du ein Ziel ins Visier nimmst. Sei ehrlich. Nur wer innerlich stark ist, kann auch zu seinen Schwächen stehen. Und nur wer sich gut kennt, kann gut mit sich umgehen. Dazu kannst du auch unseren Beitrag „Kenne deinen Körper“ lesen.

2. Stärkst du deine Stärken oder schwächst du deine Schwächen?

Es ist leicht das zu trainieren, was gut gelingt. Aber es ist schwer, das zu tun, was Mühe macht, vor allem nach einem langen Arbeitstag. Ich glaube, dass es gut ist, ausgewogen an seinen Stärken und Schwächen zu arbeiten. Vor allem, wenn es um die Laufhaltung und Stabilität geht, macht es durchaus Sinn, ungünstige Angewohnheiten und Abläufe, Dysbalancen und Co in Angriff zu nehmen. Wer sich zu viel auf die eigenen Schwächen konzentriert, verliert die Leichtigkeit und Freude. Wer sich zu viel auf die eigenen Kräfte verlässt, wird irgendwann wegen der Schwächen stolpern, wie immer brauchen wir das richtige Maß.

3. Jeder Körper ist einzigartig. Und jeder Mensch reagiert ganz individuell auf Nahrungsmittel, Trainingsreize und Umfänge.

Finde heraus, was für deinen Körper gut ist. Probieren geht dabei manchmal über studieren – ganz nach dem Tipp von EM-Heldin Miriam Dattke: „Probiere einfach mal was aus und rede mit niemandem darüber“. Wir teilen so schnell etwas auf den Sozialen Medien und lassen uns dann von allen möglichen Meinungen und Vorschlägen durcheinanderbringen. Letztendlich kommt es darauf an, dass du deinen Körper kennen lernst. Schau, was bei dir funktioniert und lass dich nicht mehr verunsichern von der Meinung anderer Menschen.

4. Lerne richtig zu atmen und auf deinen Körper zu hören

Dem einen schlagen Probleme schnell auf den Magen, der andere bekommt Kopf- oder Rückenschmerzen, sobald der Stress überwiegt. Es gibt Schmerzen, an die wir uns gewöhnt haben, aber die nicht bleiben müssen. Finde heraus, was dahinter steckt. Ich habe kürzlich von einer Physiotherapeutin einen interessanten Rat bekommen: „Wenn du beim Dehnen an dem Punkt ankommst, wo es nicht mehr weiter geht, dann bleibe mal genau da und versuche nicht krampfhaft weiterzukommen. Höre in deinen Körper hinein. Atme ruhig und tief ein und aus. Was bremst mich hier? Atme, warte und höre zu.“

5. Immer stark sein zu müssen kann dein größtes Problem werden.

Es gibt einen Spruch, der das gut auf den Punkt bringt: „Manche Menschen wollen immer stark sein, um jeden Preis, und merken oft erst sehr spät, dass genau das ihre größte Schwäche ist.“ Du musst nicht immer vorne mitrennen, du kannst auch im Training mal überholt werden, kannst auch mal verlieren, definierst dich nicht über deine Bestzeit oder deinen Körperfettanteil. Du musst nicht immer stark sein.

6. Wir sind nie lange stark, wenn wir uns nur auf unsere eigene Kraft verlassen.

Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, sich immer wieder mal einen Blick von außen zu gönnen. In Sachen Training, Ernährung, Einstellung nicht immer nur alleine für sich einen altbekannten Pfad zu folgen, sondern Rat von Experten zu suchen. Ab und zu brauchen wir jemanden, der uns den Spiegel vorhält, damit wir nicht blind werden für bestimmte Dinge. Wie sagte es Konfuzius mal so schön: „Selbst der stärkste Mann kann sich nicht selbst in die Höhe heben.“

7. Wer sich nie misst, vermisst was

Sich nicht ständig mit anderen zu vergleichen ist wichtig. Andererseits wachsen wir nur im Wettstreit, im spielerischen Messen mit anderen. Doch da gilt, sich mit Personen zu messen, die in der „gleichen Liga“ spielen – sich beim Messen ebenbürtige Sportler zu suchen. Nur so wirkt es motivierend. Allein an der Stärke des anderen kannst du ermessen, wie viel Kraft du wirklich besitzt.

8. Ärgere dich nicht zu sehr über Gegenwind. Er macht dich stärker

Wir wissen es alle und wollen es dennoch ungern in unserem Alltag erleben: Es ist nicht der Rückenwind, der uns stark macht. Wenn uns das Wetter, nervige Menschen, finanzielle oder persönliche Sorgen oder sonst irgendwas „im Schuh drückt“, kann das auch eine Chance zum Wachstum sein.

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Den Körper zu stärken wird mit zunehmendem Alter wichtig

Wir helfen dir, deinen Körper zu stärken!

Was heißt das nun ganz konkret – wie kann ich denn in meiner jetzigen Situation meinen Körper stärken? Und wie finden wir gerade jetzt im Herbst neue Kraft für Körper, Geist und Seele? Darauf wirst du in den kommenden Wochen bei uns einige Antworten bekommen. Und zwar aus ganz verschiedenen Perspektiven: Athleten, Trainer und Experten kommen zu Wort und geben interessante Aspekte und Anregungen mit auf den Weg.

Es geht unter anderem um folgende Themen „Was stärkt den Körper“:

Ich wünsche dir, dass du in den kommenden Wochen ganz neue Erkenntnisse und Erfahrungen sammelst – und überrascht davon sein wirst, was in deiner jetzigen Lebensphase wirklich wichtig ist!

Deine Tabitha

Unterschrift Tabitha Bühne
Portrait Tabitha Bühne Chefredaktion RUNTiMES

Kenne deinen Körper! Warum es entscheidend ist, dass wir unseren Körper, unseren Geist und unsere Seele kennen. Weiterlesen

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