Die Achillessehne macht oft Ärger

Die Beschwerden beginnen meist schleichend: Erst tut die Achillessehne nur ab und zu weh, später entsteht ein Dauerschmerz. Wer nicht rechtzeitig gegensteuert, riskiert einen Riss der Sehne.

Die Achillessehne ist nach einer Sage benannt worden. Genauer gesagt nach Achilles, einem Helden der griechischen Mythologie. Achilles galt als stark und unverwundbar. Denn seine Mutter hatte ihn als Kind in den Fluss Styx getaucht. Nur an der Ferse, an der ihn seine Mutter dabei hielt, blieb Achilles verwundbar. Die Achillessehne wurde ihm dann zum Verhängnis. Ein Pfeil des Gegners traf ihn genau an dieser Stelle.

Gesundheit Achillessehne

Die Achillessehne ist die kräftigste Sehne im Körper

„Die Achillessehne ist bei einem Durchmesser von bis zu einem Zentimeter und einer Länge von etwa zehn Zentimetern die kräftigste Sehne im Körper des Menschen, aber gleichzeitig auch die am stärksten beanspruchte“, sagt Bernd Rosso, Personal Trainer aus Berlin.

Aufgabe der Achillessehne ist, die Kraft der Wadenmuskulatur bei jedem Schritt auf das Fersenbein zu übertragen und ein Abrollen des Fußes zu ermöglichen. Möglich machen das Kollagenfasern, die wie Sprungfedern wirken, da sie große Mengen an Energie speichern und wieder abgeben können.

Meistens ist der Trainingsumfang zu hoch

Schmerzen an der Achillessehne gehören zu den häufigsten Beschwerden von Laufsportlern. „Bei Läufern sind oft ständige Überlastungen oder auch Fehlbelastungen die Ursache für Probleme mit der Achillessehne. Meistens ist der Trainingsumfang oder die Trainingsintensität zu hoch“, sagt Bernd Rosso. Ein ungünstiger Laufstil, schlechte Schuhe, Übergewicht und ungesunde Ernährung wirken sich ebenfalls negativ auf die Achillessehne aus.

Die Sehne verliert ihre Elastizität

Das Problem: Bei ständiger Überlastung oder Fehlbelastung verliert die Achillessehne durch Gewebsumbauten an Elastizität. Es entstehen Mikrorisse, die Sehne degeneriert. Denn der Körper schafft es auf Dauer nicht, die Achillessehne immer wieder zu regenerieren. In der Folge kommt es zu einer Entzündung und Verdickung der Sehne. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Riss der Achillessehne kommen.

Oft ist die Wade verhärtet

Typische Symptome sind Schmerzen: Erst tut die Achillessehne nur ab und zu weh, vor allem beim intensiven Training. Eine Verhärtung der unteren Wadenpartie ist oft ein weiteres Zeichen für eine Überlastung der Achillessehne. Schreitet die Erkrankung weiter voran, sind die Schmerzen bereits während oder direkt nach einer leichten Belastung spürbar. Zwar verschwinden die Schmerzen, wenn man sich schont, sie kommen aber bei erneuter Belastung wieder. Werden die Beschwerden chronisch, können Dauerschmerzen entstehen.  In diesem Stadium sind schon Alltagsbelastungen wie Gehen sehr schmerzhaft.

Bei Schmerzen eine Sportpause einlegen

Als erste und einfachste Behandlungsmaßnahme empfiehlt sich eine Sportpause, damit die Achillessehne zur Ruhe kommt. „Das Training sollte erst wieder aufgenommen werden, wenn der Sportler schmerzfrei ist“, rät Bernd Rosso. „Da braucht der Sportler Geduld, die viele Läufer leider oft nicht haben.“ Bei stärkeren Problemen mit der Achillessehne sollte man zum Orthopäden gehen. Dieser wird Schmerzmittel und zum Beispiel spezielle Schuheinlagen zur Entlastung verschreiben. Empfehlenswert ist oft auch Physiotherapie.

Empfehlenswert ist vor allem exzentrisches Training

Bernd Rosso beschreibt eine gute exzentrische Muskelübung, die sich sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung eignet: „Mit einem Bein auf eine Treppenstufe stellen und sich in die Zehenspitzenposition begeben, die kurz gehalten wird. Der Fußballen befindet sich direkt an der Kante der Treppenstufe. Das Standbein ist gestreckt. Langsam senkt man nun die Ferse ab – unterhalb des Treppenstufenniveaus. Diese Position wird ebenfalls kurz gehalten, dann zügig zurück in die Ausgangsstellung hochdrücken. Empfehlenswert sind mindestens dreimal 15 Wiederholungen. Dann die andere Seite.“

Achillessehne bei Schmerz hilft eine Faszienrolle

Dehnübungen sind sehr wichtig

Wichtig ist auch, die Muskeln und Sehnen regelmäßig zu dehnen. „Am besten nach jedem Lauftraining“, rät Bernd Rosso. „Bewährt haben sich des weiteren Übungen mit einer Faszienrolle oder einem Tennisball“, betont Bernd Rosso. Die Waden können mit einer Faszienrolle massiert und gedehnt werden. Und die Fußsohlen mit einem Tennisball.

Bernd Rosso: „Die Fußsohlen mit einem Tennisball zu massieren und damit zu dehnen, ist deswegen sinnvoll, weil die Achillessehne von Natur aus besonders am Fersenansatz schlechter durchblutet ist. Das Dehnen hat eine entsprechende Durchblutungssteigernde präventive Wirkung.“

Richtige Laufschuhe sind ebenfalls enorm wichtig, um Beschwerden der Achillessehne vorzubeugen. Eine Laufbandanalyse kann sinnvoll sein, um eventuelle Belastungsfehler zu ermitteln.

Bei Schmerzen an der Achillessehne hilft Dehnen mit Tennisball

Autorin: Gabriele Hellwig

Experte: Bernd Rosso, Personal Trainer aus Berlin, ist selbst aktiver und leidenschaftlicher Laufsportler. Er berät und motiviert vor allem Freizeitsportler und bietet individuell abgestimmte Trainingsprogramme an. Mehr unter www.fitness-trainer.berlin

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