In der Form deines Lebens!

Wie würde sie sich anfühlen – die beste Form deines Lebens?

Nein, ich befinde mich ganz sicher nicht in der Form meines Lebens. Sie liegt, zumindest gefühlt, Jahre zurück. Ich erwische mich immer öfter dabei, an die guten alten Zeiten zu denken, dabei bin ich noch zu jung dafür. Ich fühle mich oft müde, ich komme nicht mehr an die Bestzeiten ran und brauche viel länger, um zu regenerieren. Ich bin schon froh, wenn es mal nicht zwickt oder zwackt. Ich wage kaum noch zu träumen.

beste form eine glueckliche laeuferin beim bmw berlin marathon 2021

„Schränke dich nicht selbst ein, verfolge deine Träume, habe keine Angst, die Grenzen zu verschieben. Und lache viel – das ist gut für dich!“ (Paula Radcliffe)

Die beste Form meines Lebens hatte ich wohl mit Mitte 20. Aber damals fühlte ich mich nicht so und dachte, vieles an mir müsse noch besser werden. Was mich nun zu der Frage bringt: Was ist sie eigentlich, die beste Form unseres Lebens? Worüber definieren wir sie? Und könnte es nicht sein, dass sie gar nicht hinter mir liegt, sondern zum Greifen nahe ist?

Man muss nicht jung sein, um in die beste Form seines Lebens zu kommen!

Es ist ja gar nicht mehr so, dass man jung sein muss, um die Form seines Lebens zu erleben. Das sieht man an Schauspielern wie „Top Gun“-Star Tom Cruise, der jetzt im Juli seinen 60. Geburtstag feiert und in einer Form ist, die sich viele 20-Jährige wünschen. Ich bin ehrlich gesagt weder ein Fan seiner Person noch der meisten seiner Filme – aber vor seiner Fitness muss ich doch meinen Hut ziehen.

Von der 52-jährigen Sängerin und Schauspielerin Jennifer Lopez können wir uns ebenfalls einiges abgucken, auch wenn ich nicht ihre Begeisterung fürs Pole-Dancing teile (ich habe es mal ausprobiert: es ist wirklich wahnsinnig anstrengend und man kriegt viele blaue Flecken). Jennifer Lopez führt ein sehr diszipliniertes Leben mit einem abwechslungsreichen Sportprogramm samt hartem Zirkeltraining und achtet natürlich sehr auf ihre Ernährung (Kaum Zucker, viel Wasser, kein Alkohol, viel Gemüse, Fisch und abends auch gern mal eine Portion Quinoa…). Natürlich hat sie einen Personal Trainer, einen eigenen Koch und auch sonst sicherlich einige finanzielle Vorteile, aber ihr ganz bewusster Verzicht auf alles, was dem Körper nicht guttut, ist schon bemerkenswert.

Nicht nur Schauspieler und Sänger, auch Erfinder, Autoren und „ganz normale Menschen“ zeigen, dass das Alter der Form keinesfalls im Wege stehen muss. Es bremst uns zwar in manchen Bereichen aus, aber in anderen können viele Punkte gemacht werden. Ich habe Großmütter kennengelernt, die mit 80 zu studieren beginnen und Großväter, die damit beginnen, Marathons zu laufen. Ich begegne immer wieder Menschen, die auf einmal den Mut und die Freude finden, etwas zu ändern, um sich endlich (wieder) richtig wohl in ihrer Haut zu fühlen und das kann auch das Umfeld anspornen.

Wichtig ist, dass wir nicht aus Zwang, sondern aus Leidenschaft und Freude diesen Weg gehen. Das hat der weise Blaise Pascal mal sehr treffend auf den Punkt gebracht: „Glücklich ist, wer die Leidenschaft vor dem Ehrgeiz gekannt hat.“

In Bestform beim Laufen

Was uns Läufer betrifft: Klar wird man mit den Jahren meist nicht schneller auf kurzen Distanzen und wird nicht mehr den Sprint gegen jeden Sportstudenten gewinnen, der gerade richtig im Saft steht. Aber dafür kann man auf längeren Strecken ganz neue Erfolge feiern und in manchen Disziplinen Unglaubliches zustande bringen.

Meine liebe Freundin Jeannie Rice, Mitte 70, hat kürzlich angefangen auch auf kurzen Distanzen Weltrekorde aufstellen zu wollen. Sie hat erst mit 35 Jahren angefangen zu laufen und befindet sich dank gesunder Ernährung und Lebensführung in der besten Form ihres Lebens. Das motiviert doch ungemein dazu, sich über die folgende Frage Gedanken zu machen: Ob man nicht auch selbst auf einem Holzweg ist, wenn man behauptet, dass die schönsten Zeiten schon längst der Vergangenheit angehören? Der Mensch ist zu Großem in der Lage, und es warten einige Überraschungen auf diejenigen, die noch Träume haben und an sich arbeiten möchten!

beste Form lachende sehr durchtrainierte frau beim bmw berlin marathon 2021

Die beste Form finden fängt woanders an, als wir oft denken

Es gibt in meinem Umfeld Menschen, die sind irgendwie chronisch in der Form ihres Lebens – obwohl man das gar nicht von außen so vermuten würde. Genauso gibt es andere Freunde, die sehen aus wie ein Held oder eine Heldin aus einem Actionfilm, aber fühlen sich doch immer noch etwas zu dick, zu langsam und überhaupt nicht gut „genug“. Es fängt im Kopf und Herzen an. Das habe ich im Laufe der letzten Jahre immer wieder erkannt: Wir hören auf irgendwelche Stimmen, die uns suggerieren, wir müssten uns weiter optimieren. Mein Vorschlag: Ignorieren!

Wie definieren wir unsere „Bestform“?

Ich finde es gar nicht so einfach, für mich zu definieren, was das ist: meine Bestform. Aber ich habe ein paar Punkte gefunden, die auf jeden Fall dazu gehören. Vielleicht helfen sie dir auch:

  1. Was steckt hinter der Sehnsucht nach der Form meines Lebens? Muss ich perfekt sein? Muss ich jemand Besonderes sein oder etwas Besonderes leisten, um etwas wert zu sein – oder habe ich einfach eine Sehnsucht danach, eine Neugier, immer wieder etwas Neues zu wagen, auf gesunde Weise Abenteuer zu erleben, Grenzen zu verschieben und kleine Meilensteine zu setzen?
  2. Ich bin nicht nur das, wie ich mich gerade fühle. Ich fühle mich vielleicht nicht toll, sehe immer Optimierungspotential. Ich könnte noch zwei Kilos abnehmen, vor allem am Bauch und hätte gern weniger Lachfalten. Aber oft fühle ich mich viel schlechter, als ich bin. Ich suche nach den Fehlern, statt die vielen schönen Dinge zu fokussieren, die andere sehen. Ich kann wirklich dankbar sein, dass ich noch so gesund bin. Mein Körper verdient wirklich weniger Kritik von mir selbst! Ich möchte nicht mehr so viel auf meine Gefühle in dieser Hinsicht geben, sie veräppeln mich oft.
  3. Ich sollte mich nicht mehr mit Topmodels und 20-jährigen Sportlern vergleichen. Da muss ich mich nicht wundern, dass ich ständig unzufrieden bin. Ich möchte mit dem ständigen Vergleichen aufhören. Stattdessen möchte ich mich über das freuen, was ich bin und habe, um dann das Beste daraus zu machen!
  4. Mein Körper ist ein Geschenk und ein Wunderwerk. Ich möchte es ab sofort auch so behandeln. Achtsam und ausgewogen trainieren, essen und leben. Ich will meinen Körper nicht mehr wie eine Maschine behandeln, die funktionieren muss.
  5. Und ich will mich nicht mehr nur darüber selbst bewerten oder bewerten lassen, was ich leiste, sondern viel mehr den Sport genießen und meine „Erfolgsmomente“ ganz neu für mich definieren. Vor allem will ich mehr sportliche Ziele zusammen mit Freunden angehen und feiern. Was man teilt, das bleibt.

beste Form strahlende frau beim bmw berlin marathon 2021

Was macht die „Bestform“ überhaupt aus?

Es gibt für mich zwei Bereiche, wenn es um „die Bestform“ geht:

  1. Fakten (Bestzeiten, Körpergewicht und Fitnesstests)
  2. Der Wohlfühlfaktor (das eigene Körpergefühl, der Zufriedenheitsgrad, die Stimmung)

Der Kampf gegen sich selbst

Meist vergleichen wir unsere Form mit Anderen oder dem, was mal war – also mit der Form, die wir mal hatten. Es gibt Läufer, die jedes Jahr beim selben Rennen starten und dort versuchen ihre Laufzeit aus dem vergangenen Jahr zu toppen oder wenigstens zu halten. So bleibt natürlich Mancher gut in Form – weil zum Beispiel am Ende des Jahres die „Bewährungsprobe“ wartet und man motiviert den Kampf gegen sich selbst antritt. Aber das ist nicht jedermanns Sache.

Ich glaube es ist entscheidend, einen Weg zu finden, der alltagstauglich ist und Freude macht. Für mich wäre es der Horror, jedes Jahr bei dem gleichen Event gegen meine eigene Bestzeit antreten zu müssen. Ich laufe lieber jedes Jahr an einem Ort, wo ich bis dato noch nicht war, und feiere diese Momente als meine persönlichen Erfolge.

Es gibt Menschen, die versuchen ihre beste Form zu halten und andere, die versuchen endlich mal zur Bestform zu kommen und nicht immer wieder in Fallen und alte Muster zu tappen. Für beide Gruppen ist es wichtig, ganzheitlich zu denken und zu handeln: Berufliche und private Ziele, Job, Ernährung, Bewegung, Entspannung und das soziale Umfeld spielen immer Hand in Hand.

Wie kommen wir in Bestform?

Schaut man sich Personen wie die oben genannten an, fallen 5 Punkte besonders auf:

  • Ganzheitlich trainieren, immer wieder neue Reize setzen und einseitige Belastungsmuster meiden
  • Die ideale Ernährungsform und Essenszeiten für sich finden und durchziehen
  • „Typgerechte“ Regenerationsformen finden, die den gesamten Körper einbeziehen
  • Chronische Stressfallen aus dem Leben schaffen, gut schlafen und entspannen
  • Mehr Bewegung abseits des Trainings mit Mobilisation und Co im Berufs-Alltag

Mehr über diese vier Punkte erfährst du in den kommenden Wochen.

beste Form froehliche marathonlaeufer beim bmw berlin marathon 2021

Wir wollen dir helfen, deine beste Form zu finden!

Manchmal braucht man einen Push von außen, kleine Anregungen und neue Ideen, um wieder die Kraft zu finden, etwas zu ändern. Wir möchten dich gerne auf dem Weg zur neuen besten Form deines Lebens unterstützen. Dafür warten in diesem Monat einige spannende Tipps von Profis auf dich, die ganz ehrlich Einblicke geben, wie sie ihre besten Erfolge und ihre Bestform finden konnten.

Erfahre von Trainern und Ernährungsexperten, was ganz konkret helfen kann, um deine Ziele zu erreichen und schau dir von einer Hirntrainerin ab, wie man mit kleinen Übungen sein Hirn so trainiert, dass es im Wettkampf stark bleibt.

Höre im Podcast mit Hannes Namberger (am 8.07.2022), der sich gerade in die Riege der besten Trail-Läufer der Welt rennt und lerne von ihm, was auf dem Weg zu neuen Bestzeiten einen Unterschied macht.

Lese nach, warum Pistazien nach dem Sport ein echter Gesundheitsbooster sind.

Wir werden dir Lebensmittel vorstellen, die dich auch im Sport nach vorne bringen, aber auch Antworten darauf geben, warum es bei dir gerade hakt und du nicht mehr weiterkommst, wie man mit chronischer Müdigkeit, Leistungsverlust, Verschleiß und Alterungsprozessen umgehen und wieder mehr Kraft und Freude für neue Erfolge finden kann.

Aber jetzt wünsche ich dir erstmal neuen Mut und neue Frische. Aber vor allem, dass du vielleicht die unglaublich schöne Erkenntnis sammelst, dass die beste Zeit und die beste Form deines Lebens (wenn du genauer hinschaust) gar nicht hinter dir liegt, sondern jetzt oder schon ganz bald starten kann! Dass du neue Schritte wagen kannst – zu einem gesünderen und unbeschwerteren Leben mit viel mehr Kraft und Freude und neuen Erfolgsmomenten. Ich wünsche dir Menschen an deiner Seite, die dich dabei anfeuern und dass auch du andere auf diesem Weg motivierst.

Wir stärken dir auf jeden Fall gerne den Rücken und geben unser Bestes, um dich bei deiner Suche nach der Form deines Lebens und dem Erfüllen deiner Ziele zu unterstützen!

Deine Tabitha

Fotocredits: BMW Berlin Marathon 2021 | SCC Events | Norbert Wilhelmi Sportfotograf

Unterschrift Tabitha Bühne
Portrait Tabitha Bühne Chefredaktion RUNTiMES

„Die meisten Menschen, die ich beobachtet habe, konnten keine außergewöhnlichen Fortschritte machen, weil sie niemals an sich selbst geglaubt haben. Sie hatten ein verschwommenes Bild, von dem was sie eines Tages sein wollten, aber sie zweifelten daran, dass sie es verwirklichen konnten. Folglich strengten sie sich nicht genug an, da sie nicht daran glaubten eine Chance zu haben, ihr Ziel zu realisieren. Und natürlich schafften sie es mit dieser Einstellung auch nicht.“ (Arnold Schwarzenegger)

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