Der New Balance FuelCell Rebel Trail ist ein leichter Trailschuh mit Vibram-Sohle für Waldwege, Schotter und einfache Trails. Im Test zeigt sich, wo seine Stärken liegen – und warum er mit dem Rebel v5 überraschend wenig gemeinsam hat.
New Balance Rebel Trail im Test: Am liebsten auf Waldwegen
Der New Balance Rebel Trail bringt FuelCell-Dämpfung und eine Vibram-Megagrip-Sohle auf den Trail. Wer deshalb einen Rebel v5 fürs Gelände erwartet, dürfte allerdings überrascht sein. Im Test zeigt der leichte Trailschuh ein ganz eigenes Profil – und fühlt sich vor allem auf Waldwegen und technisch einfachen Trails wohl.
New Balance Rebel Trail im Test
New Balance Rebel Trail: wenig Rebel, viel eigenständiger Trailschuh
Optisch ist die Verwandtschaft zum Rebel v5 kaum zu erkennen. Dem Rebel Trail fehlt die auffällig modellierte Mittelsohle des Straßenmodells, die charakteristische Geometrie wurde nicht auf das Trailmodell übertragen.
Noch deutlicher wird der Unterschied beim Laufen. Während der Rebel v5 einen spürbaren Vorwärtsdrang entwickelt und Lust macht, das Tempo anzuziehen, bleibt dieses Gefühl beim Rebel Trail aus. Er läuft sich leicht und locker, besitzt aber nicht den Speed-Charakter seines Straßenpendants.
Das muss auf dem Trail kein Nachteil sein. Man sollte es nur wissen, wenn gerade der Rebel-Name das Interesse an diesem Schuh geweckt hat.
Lies auch: Der New Balance Rebel v5 im Test
Leichter Trailschuh für Waldwege und Schotter
Der Rebel Trail wiegt im Damenmodell rund 242 Gramm und besitzt eine Sprengung von 6 Millimetern. Für die Dämpfung setzt New Balance auf FuelCell. Die Bauhöhe bleibt vergleichsweise niedrig zu anderen Modellen (Lies auch: Komfortschuhe für Asphalt mit hoher Dämpfung: New Balance More v6).
Diese Kombination hat uns im Praxistest besonders gut gefallen. Der Schuh bietet eine angenehme Dämpfung und gleichzeitig viel Gefühl für den Untergrund. Auf steinigerem Boden spürt man deshalb durchaus, was unter den Füßen liegt. Auf dem Trail ist dieser Bodenkontakt durchaus erwünscht, solange das Gelände nicht zu ruppig wird.
Sein Potenzial entfaltet der Rebel Trail vor allem auf weicheren Waldwegen. Hier läuft er sich angenehm leicht und unkompliziert. Auch auf Asphaltpassagen auf dem Weg zum Trail funktioniert er gut. Damit eignet er sich besonders für Laufrunden, bei denen befestigte Wege, Schotter und Waldtrails ineinander übergehen.
Vibram Megagrip: guter Halt im getesteten Gelände
Unter dem Schuh sitzt eine durchgehende Vibram-Megagrip-Außensohle mit Traction Lugs und 5 Millimeter tiefen Stollen. Laut New Balance soll sie auch in bergigem Gelände für hohe Traktion sorgen.
In unserem Test auf Schotter und Waldtrails bot die Sohle sehr guten Grip. Anspruchsvolles technisches oder alpines Gelände gehörte allerdings nicht zum Testgebiet. Wie sich die Sohle dort oder unter schwierigeren Bedingungen verhält, können wir deshalb nicht beurteilen.
Für die von uns gelaufenen Strecken gab es beim Halt jedenfalls keinen Anlass zur Kritik.
New Balance Fuel Cell Rebel Trail mit Vibram Megagrip Außensohle für sicheren Halt
Angenehme Passform, beim Schutz gibt es Luft nach oben
Der Rebel Trail sitzt gut am Fuß. Das feste Mesh-Obermaterial gibt dem Schuh Struktur, ohne dass er sich schwer oder massiv anfühlt. Die flachen Schnürsenkel erwiesen sich im Test als erfreulich unkompliziert: Sie hielten auch ohne Doppelschleife zuverlässig.
Beim Zehenschutz hätten wir uns für einen Trailschuh etwas mehr gewünscht. Gerade wenn Steine und Wurzeln ins Spiel kommen, dürfte der vordere Bereich robuster ausfallen.
Ein kleines Detail fällt ebenfalls auf: An der Ferse sitzt eine relativ große Einstiegsschlaufe. Beim Anziehen ist sie praktisch. Auf Trails sehen wir solche Schlaufen allerdings etwas kritischer, weil Äste oder Wurzeln daran hängen bleiben könnten.
Wo der Rebel Trail an seine Grenzen kommt
So angenehm sich der Schuh auf einfachen Trails läuft, für technisch anspruchsvolleres Gelände fehlt uns seitliche Stabilität.
Gerade auf alpinen Trails wünschen wir uns von einem Trailschuh mehr Führung und Sicherheit. Der Rebel Trail vermittelt hier weniger Halt, als wir für solche Einsätze bevorzugen würden.
Deshalb würden wir seinen Einsatzbereich klar eingrenzen: Waldwege, Schotterstrecken und gut laufbare, technisch einfache Trails passen sehr gut zu seinem Charakter. Für alpine Touren und anspruchsvolle technische Trails würden wir zu einem stabileren Modell greifen.
Fazit
Auf den ersten Blick wirkt der New Balance Rebel Trail fast ein wenig unscheinbar. Und wer aufgrund seines Namens einen Rebel v5 mit Profilsohle erwartet, wird vermutlich ebenfalls erst einmal überrascht sein. Der typische Charakter des Straßenschuhs findet sich hier kaum wieder.
Betrachtet man den Rebel Trail als eigenständigen Trailschuh, wird seine Stärke deutlicher. Er läuft sich leicht und angenehm, verbindet eine gute Dämpfung mit viel Bodengefühl und bietet mit der Vibram-Sohle auf den von uns getesteten Wald- und Schotterwegen sehr guten Grip. Besonders auf weichen Waldwegen macht er Spaß.
Seine Grenzen liegen dort, wo das Gelände technischer wird und seitliche Stabilität wichtiger wird. Für alpine Ansprüche wäre er deshalb nicht unsere erste Wahl.
Die wichtigsten Daten
- Modell: New Balance Rebel Trail
- Kategorie: neutraler Trailschuh
- Gewicht: ca. 242 g im Damenmodell
- Sprengung: 6 mm
- Dämpfung: FuelCell
- Außensohle: Vibram Megagrip
- Stollen: 5 mm
- Obermaterial: festes Mesh mit 3D-Overlays
- Preis: 150 Euro, erhältlich bei deinem Fachhändler oder auf newbalance.de
- Getestet auf: Waldtrails und Schotter sowie Asphaltpassagen zum Trail
RUNTiMES-Kurzfazit
Stärken: geringes Gewicht, angenehme Dämpfung, guter Bodenkontakt, sehr guter Grip im getesteten Gelände, unkompliziertes Laufgefühl auf Waldwegen und Schotter.
Schwächen: wenig seitliche Stabilität für anspruchsvolle Trails, vergleichsweise wenig Schutz im Zehenbereich, kaum Ähnlichkeit im Laufgefühl mit dem Rebel v5.
Geeignet für: Läufer, die einen leichten Trailschuh für Waldwege, Schotter und technisch einfache Trails suchen und Wert auf Bodenkontakt legen.
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