Fenchel – die „mediterrane“ Power-Knolle

In Deutschland ist Fenchel noch nicht solch fester Bestandteil der Ernährung, wie er es verdient hätte. Die meisten werden ihn in Form von Tee kennen – mit der Erinnerung, es verabreicht bekommen zu haben, wenn sie als Kind krank im Bett lagen. Das ist auch vernünftig, denn nicht ohne Grund wurde die Knolle 2009 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.

Fenchel im heimischen Anbau

Gesunde Wirkung in voller Stärke

Im Mittelmeerraum wird Fenchel seit Jahrhunderten als Heil- und Gewürzpflanze verwendet und gezüchtet, daher wird vermutet, dass er hier auch beheimatet ist. Bereits in Ägypten wurde die Ursprungspflanze, der wilde Fenchel, bei Unwohlsein im Magen oder bei Atemwegserkrankungen eingesetzt. Die alten Griechen gebrauchten ihn als Arznei bei Nieren- und Blasenproblemen. In der Heilkunde wird er bis heute dafür eingesetzt. Auch in der Medizin bewährt er sich in Hustenmittel, als Karminativum und als Beruhigungsmittel.

Ein Blick auf die Inhaltsstoffe des Fenchels

Nähr- und Mineralstoffliste                              Empfohlene Tagesdosis eines Erwachsenen

Wasser                        86 g                             –

Kalium                         494 mg                        24,7 %

Calcium                        109 mg                        13,6 %

Magnesium                  49 mg                          13,1 %

Vitamin C                     93 mg                          116,3 %

Folsäure                       100 µg                         50 %

Energiewert                 101 kj (24kcal)              –                                   (Quelle Tabelle: Wikipedia)

Fenchel reiht sich damit in die Liga des Power-Gemüses ein und gibt genug Grund sich die Lagerung und die Zubereitung in der Küche genauer anzuschauen – denn neben seiner gesunden Wirkung ist das Heilkraut auch noch wahnsinnig schmackhaft.

Zubereitung

Fenchel kann roh verzehrt, gekocht, gebraten oder gegrillt werden.

Beim rohen Verzehr entfalten sich die enthaltenen ätherischen Öle in voller Stärke und es schmeckt nach frischem Anis. Damit eignet er sich auch optimal als Snack beim Training oder auf Wanderungen.

Vor der Zubereitung solltest du den Fenchel waschen und die Enden auf beiden Seiten abschneiden, die Knolle halbieren und den Strunk keilförmig herausschneiden. Danach kann er beliebig weiterverarbeitet werden.

Natürlich macht der Fenchel auch im „Green-Smoothie“ eine gute Figur. Durch seinen sehr hohen Vitamin C Anteil schlägt er den morgendlichen Orangen-Boost um Längen und sollte bei Läufern auf jeden Fall in den Fokus der Ernährung rücken.

Lagerung

Ähnlich wie bei Spargel, sollte frischer Fenchel nicht länger als 2 Tage gelagert werden, da er sonst trocken und holzig wird. Um dem entgegenzuwirken, könnt ihr das Gemüse in ein feuchtes Tuch einwickeln. Frischer Fenchel sollte sich fest anfühlen und das Fenchelgrün, also die äußeren Blätter, stark sein und ein kräftiges Grün aufweisen.

Blanchiert und eingefroren hält er sich um die 6 Monate. Das Fenchelgrün will hier gerne ungekocht und separat eingefroren werden. So werden die meisten Vitamine bewahrt.

Wie bei vielen Gemüsearten, weisen auch beim Fenchel Druckstellen und Verfärbungen darauf hin, dass die Knolle den Zenit der Haltbarkeit erreicht hat.

Autor: Sven Rathert – Reymers Hofladen

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