Testbericht: Die Silva Trail-Kollektion in Pastellgelb

14. Oktober 2026 · getestet von Martina

Weste, Stöcke, Stirnlampe – und alles in einem zarten Pastellgelb aufeinander abgestimmt: Silva hat für 2026 eine kleine, aber durchdachte Trailrunning-Kollektion geschnürt, die mich durch den kompletten Sommer begleitet hat. Vom Everesting über die Walser Trail Challenge bis zur Alpenüberquerung war mindestens ein Teil davon immer mit dabei.

Silva Trailrunning Ausrüstung Test bei Everesting GAP

Getestet habe ich die Laufweste Strive 5 (und zum Vergleich die größere Strive 10), die faltbaren Carbonstöcke Carbon Z Fixed in 120 cm und die Stirnlampe Smini Fly. Die Smini ist dabei kein Neuling, sondern seit Jahren ein Liebling in der Läuferszene – neu ist die Farbe. Hier mein ehrliches Urteil nach Monaten auf dem Trail.

Silva Strive 5: der Allrounder, der einfach passt

Wenn ich diesen Sommer zu einem Trail aufgebrochen bin, schmiegte sich in den meisten Fällen die Strive 5 an mich. Mit 156 Gramm in Größe S und fünf Litern Volumen ist sie bei Silva als Weste für mittlere bis lange Distanzen gedacht – je nachdem, wie viel man mitnehmen will oder muss. So habe ich sie auch eingesetzt: beim Everesting etwa, an einem Tag bei der Walser Trail Challenge und auf vielen Trainingsrunden dazwischen.

Silva Strive 5 Laufweste

Das steckt drin: zwei Fronttaschen für Trinkflaschen, zwei große Vordertaschen für Riegel, Gels oder Armlinge, Reißverschlusstasche für den Schlüssel oder wenn man sich nicht ganz so zittrig anstellt wie ich fürs Handy, dazu eine Rückentasche mit separatem Trinkblasenfach, eine elastische Akkutasche mit Kabelauslass und eine Netztasche auf dem Rücken. Vier verstellbare Riemen geben Befestigungsmöglichkeiten für die Stöcke, eine Stirnlampe lässt sich auf der Brust befestigen, eine Notfallpfeife ist integriert. Die Weste gibt es in vier Größen (XS bis L) mit zwei verstellbaren Bändern auf der Brust.

Im Test: Pflichtausrüstung, Verpflegung und Gels fanden problemlos Platz. Was mich am meisten überzeugt hat, ist die Passform. Das Ripstop-Gewebe mit 3D-Mesh-Einsätzen fühlt sich angenehm an, und selbst im Singlet oder nur mit Sport-BH darunter hat nichts gerieben. Gerade bei langen, heißen Läufen ist das für mich das wichtigste Kriterium überhaupt. Auch mehrmaligem Waschen hält die Weste problemlos stand. Flecken und Schweißränder ließen sich immer gut entfernen, und die Weste blieb in Form.

Silva Strive 5 Test bei Walser Trail Challenge

Auch die vielen individuellen Anpassungsmöglichkeiten gefallen mir, etwa bei der Befestigung der Stöcke. In der Sommerhitze hatte ich die Strive 5 zudem oft bei langen Läufen dabei, um genug Flüssigkeit und Verpflegung am Körper zu haben. Für mittlere Läufe und Trainingsrunden ist das Volumen genau richtig. Mit etwas Geschick beim Packen bekommt man auch bei längeren Läufen alles unter.

Der Köcher: Passend zur Weste bietet Silva einen Köcher (Silva Quiver) an, für den die Strive ein eigenes Verbindungssystem hat. Er ist ausgesprochen leicht. Bis die Stöcke wirklich fest sitzen, braucht es allerdings ein paar Handgriffe. Auch das Hineinstecken und Herausnehmen unterwegs ist etwas mühsam. Obwohl man den Köcher kaum spürt, habe ich lieber die direkte Befestigung an der Weste genutzt. Das ist sicher auch Geschmackssache.

Und die Strive 10? Die große Schwester mit doppeltem Volumen konnte ich ebenfalls in Augenschein nehmen. Sie wiegt in Größe S 167 Gramm, bietet deutlich mehr Stauraum und hat zusätzlich eine elastische Kordel außen am Rücken, an der man schnell eine Jacke oder andere Ausrüstung griffbereit befestigen kann. Für Ultras heißt das vor allem: weniger Stopfen.

Zusammengefasst:

  • Hervorragende Passform, scheuert auch auf nackter Haut nicht
  • Angenehmes, atmungsaktives Material
  • Viele Anpassungsmöglichkeiten, durchdachte Taschenaufteilung
  • Köcher etwas fummelig
  • Für lange Ultras mit viel Pflichtausrüstung eher zur Strive 10 greifen

Silva Carbon Z Fixed 120: leicht, schwungvoll, mit kurzer Lernkurve

Die Carbon Z Fixed sind faltbare Stöcke mit fester Länge, erhältlich in 110, 115, 120, 125 und 130 cm. Ich habe die 120-cm-Variante getestet. Als Faustregel empfiehlt Silva: Körpergröße in Zentimetern mal 0,7, dann auf die nächste verfügbare Länge aufrunden. Wer sich unsicher ist: Es gibt die Carbon Z auch in zwei verstellbaren Optionen.

Silva Carbon Z fixed

Das steckt drin: ein schlanker Schaft aus T800-Carbon, Z-Falt-Design mit rund 41 cm Packmaß, schweißresistenter Korkgriff, austauschbare konkave Hartmetallspitzen und das Blueberry-System zum schnellen Ein- und Ausklicken. Atmungsaktive Handschuhe in M/L sind dabei, Handgelenkschlaufen gibt es separat. Kleine Teller sind montiert, mittlere Schlammteller liegen bei. Gewicht: 329 Gramm pro Paar inklusive Handschuhen.

Im Test: Die Stöcke sind superleicht, liegen gut in der Hand und geben beim Aufstieg spürbar Schwung mit. Das Ausklappen geht schnell und intuitiv, der Mechanismus sitzt. Den Korkgriff fand ich persönlich superangenehm. Die mitgelieferten Schlammteller habe ich auf meinen Sommertrails nicht gebraucht.

Blueberry-System und Handschuhe: Beim Blueberry-System klickt man eine kleine blaue Perle, die am Handschuh befestigt ist, in den Griff ein. Das braucht etwas Übung. Vor allem unterwegs musste ich anfangs noch hinschauen, bis die Handschuhe eingefädelt waren und sicher saßen. Mit der Zeit geht das aber in Fleisch und Blut über. Ich bin eigentlich kein großer Fan von Stockhandschuhen, bei diesen hatte ich aber keine Blasen, die ich sonst recht schnell bekomme.

Wer eine variable Länge möchte, findet bei Silva wie gesagt auch die Carbon Z Adjustable (100–120 cm bzw. 120–140 cm) mit Flick-Lock-Verstellung, 350 Gramm pro Paar.

Zusammengefasst:

  • Sehr leicht, angenehmer Schwung
  • Schnelles, zuverlässiges Ausklappen
  • Angenehmer Korkgriff, Handschuhe ohne Blasen
  • Blueberry-Einklicken braucht anfangs Übung und einen Blick nach unten

Silva Smini Fly: so leicht, dass sie immer mitkommt

Die Smini Fly war den ganzen Sommer mein ständiger Begleiter – nicht nur beim Laufen, sondern bei sämtlichen Bergabenteuern, vom Hüttenwochenende bis zur Alpenüberquerung. Mit 38,5 Gramm ist sie die leichteste Stirnlampe von Silva und passt in jede Hosentasche.

Silva Smini Fly Test

Das steckt drin: 250 Lumen mit Silvas Intelligent-Light-Technologie, die ein weitreichendes Spotlicht mit einem nahen Flutlicht kombiniert, dazu ein roter LED-Modus für eine weniger störende Beleuchtung bei Dunkelheit. Die Lampe ist laut Hersteller nach IP5 geschützt und wird über USB-C geladen. Gehäuse und Stirnband bestehen aus recyceltem Material. Weil das Gehäuse verschraubt ist, lässt sich die Lampe am Ende ihrer Lebensdauer zerlegen und recyceln, was ich einen tollen Pluspunkt finde.

Die Idee stammt übrigens von Ultraläufer und Silva-Athlet Philipp Ausserhofer, der sich eine „Silva Mini“ als kompakte Backup-Lampe für Ultras wünschte. Daraus ist eine Lampe geworden, die längst auch bei Alltagsläufen und leichten Trekkingtouren ihren Platz hat.

Alpencross @Lorenz Schuerk

Foto: SILVA | Lorenz Schuerk

Im Test: Das einfache Gummi-Kordelband wirkt minimalistisch, sitzt aber sehr zuverlässig und verursacht keine Druckstellen. Die Lampe lässt sich kippen und ausrichten und ist so leicht, dass man sie immer dabeihaben kann und auf dem Kopf fast gar nicht spürt. Ich hatte damit auch keine Kopfschmerzen. Der Sperrmodus funktioniert ebenfalls problemlos, was für mich bei einer Lampe besonders wichtig ist, die viel Zeit als Backup im Rucksack verbringt.

  • Extrem leicht und kompakt
  • Einfache, aber sichere Befestigung, kippbar
  • Zuverlässiger Sperrmodus
  • Recyceltes Material, reparatur- und recyclingfreundlich

Lies auch: Die Silva Stirnlampe Smini im Test

Fazit: Durchdachte Trailrunning-Ausrüstung mit hohem Tragekomfort

Silvas Trail-Kollektion hat mich den ganzen Sommer zuverlässig begleitet. Besonders die Smini Fly zeigt die Stärken der Marke: Sie ist leicht, durchdacht und mit ihrem Sperrmodus genau das, was ich in den Bergen brauche. Auch das trendige Hellgelb hat mir sehr gefallen. Die Strive 5 sitzt hervorragend und scheuert selbst auf nackter Haut nicht. Die Carbon Z Fixed überzeugen mit geringem Gewicht und angenehmem Handling. Kleine Abzüge gibt es für den etwas umständlichen Köcher und die Eingewöhnung beim Blueberry-System. Dazu kommt: In Pastellgelb sieht die Ausrüstung auch noch richtig gut aus.

Produkt Gewicht UVP
Strive 5 Laufweste 156 g (Gr. S) 89,99 €
Strive 10 Laufweste 167 g (Gr. S) 99,99 €
Carbon Z Fixed (110–130 cm) 329 g/Paar inkl. Handschuhe 159,99 €
Smini Fly Stirnlampe 38,5 g ab 44,99 €

Autorin: Martina Wengenmeir

Fotos: Produktfreisteller SILVA

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