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Ein packender Bericht von Sieger Kasper Laumann aus Dänemark

Der Palma Marathon gehört zu den Highlights der europäischen Laufevents mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Wer einmal dabei war, kommt meist wieder. Was so besonders an der Lieblingsinsel der Deutschen und dem Rennen ist und was in diesem Jahr anders war – darüber haben wir mit den beiden Siegern des diesjährigen Palma Marathons gesprochen: Dr. Monika Frenger, die erst einmal zuvor in ihrem Leben einen Marathon gelaufen ist und Kasper Laumann Hartlev aus Dänemark, der schon 2018 dabei war und scheinbar nicht genug von der Insel bekommen kann.

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„Es gibt im Herbst einfach keinen besseren Ort zum Laufen!“

Kasper Laumann ist 29 Jahre alt, kommt aus Dänemark und arbeitet bei einer Bank. Er war in diesem Jahr schneller als alle anderen. Er ist für ein verlängertes Wochenende auf die Insel geflogen und hat einige Tipps auf Lager.

Tabitha: Wann hast du eigentlich mit dem Laufen angefangen?

Kasper: Ich habe Fußball gespielt, bis ich 18 Jahre alt war und dann wegen zu vielen Verletzungen damit aufgehört. Als dann ein Coach auf mich zukam und fragte, ob ich dem Laufen nicht doch mal eine Chance geben will, weil ich darin sehr begabt sei, habe ich meinen Fokus geändert und viel Freude am Laufen und dann auch am Triathlon gefunden. Für vier Jahre hatte ich dann später auch eine Lizenz als Profi-Triathlet und Duathlet, war phasenweise auch mal in der Top 10 des Duathlon World Rankings. Aber seit 2019 konzentriere ich mich ganz auf den Laufsport.

Tabitha: In welchen Ländern bist du bislang schon gelaufen?

Kasper: In Europa natürlich öfter in Dänemark, aber auch in Schweden, England, Frankreich, Deutschland, in der Schweiz, Spanien (Mallorca and die anderen kanarischen Inseln inbegriffen), Italien, Portugal, Griechenland sowie in Österreich. Und außerhalb Europas bin ich natürlich während meines Studiums in den Amerika viel in Texas gelaufen.

Tabitha: Es gibt ja im Herbst trotz der Coronakrise ja einige Rennen in Europas Metropolen. Warum hast du dich 2018 und auch in diesem Jahr für einen Marathon auf Mallorca entschieden?

Kasper: Das stimmt. Es gibt viele Rennen, auch in meinem Heimatland Dänemark. Aber im Oktober ist Mallorca einfach der beste Ort, wenn man irgendwo laufen will, wo die Sonne scheint. Ich bin für ein verlängertes Wochenende nach Palma geflogen und es war wie ein perfekter Kurzurlaub. Mein Hotel lag nur 10 Minuten vom Flughafen entfernt und die Flüge nach Mallorca sind auch kurzweilig.

Im Grunde braucht man sich noch nicht einmal Urlaub nehmen und kann trotzdem eine schöne Unterbrechung vom kalten Alltag haben. Man ist so schnell dort. Außerdem war ich ja 2018 schon mal auf Palma und habe mich in den Lauf und in die Insel verliebt. Wer einmal da ist, kommt immer wieder, glaube ich.

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Tabitha: Du hast auch in Hamburg und Mannheim gelebt und bist die Deutschen gewöhnt. Auf Mallorca starten überwiegend Deutsche und auch unter den Touristen findet man viele meiner Landsleute. Wie ist das eigentlich für dich als Däne – in Spanien zu sein und doch von Deutschen belagert zu sein?

Kasper (lacht):  Das stimmt, die Mehrheit der Läufer kommt aus Deutschland und man merkt, dass ihr die Insel besonders liebt! Aber der Palma Marathon ist ein internationaler Event, wenn ich mich richtig erinnere, waren 20 Nationalitäten am Start. Es ist nicht wie ein großes deutsches Dorf, sondern wie eine große bunte Gemeinschaft von ganz vielen verschiedenen Menschen aus aller Welt.

Tabitha: Du warst 2018 schon beim Mallorca Marathon siegreich und konntest auch in diesem Jahr gewinnen. Wie ist das Rennen für dich gelaufen?

Kasper: Es war härter als es aussah! Ich bin zwei Wochen vor dem Zafiro Palma Marathon noch bei den Dänischen Meisterschaften des „Hans Christian Anderson Marathon“ gestartet und eine Woche davor noch beim Halbmarathon in Kopenhagen. Die Beine waren schon ganz schön platt. So einen Muskelkater hatte ich noch nie!

Der zweitschnellste, ein Läufer als Polen, hat es mir nicht leicht gemacht. Ich wusste erst bei Kilometer 39, dass ich mir meines Sieges sicher sein kann.

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Tabitha: Und was ist das Besondere an Mallorca und dem Zafiro Palma Marathon?

Kasper: Also Palma ist denke ich ein Ort, der jeden Typ Mensch anzieht, denn es ist für jeden was dabei: für Familien, für Extremsportler, für Naturliebhaber, für Laufgruppen oder Sonnenanbeter. Man kann hier super abschalten und auftanken. Und die Einheimischen sind total freundlich, das Essen ist super, das Wetter ein Traum.

Der Palma Marathon startet schon vor einer beeindruckenden Kulisse und man rennt zum Hafen und auch durch die wunderschöne Altstadt – viel besser geht es nicht. Und nach dem Lauf kann man ins Meer springen.

Was die Strecke betrifft: Man läuft ja zwei Loops beim Marathon und sieht in der zweiten Runde auch einige der etwas langsameren Läufer. Das ist immer total spannend, weil viele kostümierte Läufer darunter sind. Und dann sind viele Laufgruppen am Start, von der Armee zum Beispiel waren auch einige Leute dabei. Also neben Einzelkämpfern wie mir gibt es einige Teams, die zusammen diese Herausforderung annehmen oder einfach aus Spaß mal mitmachen. Die Stimmung ist entspannter als bei anderen Marathonevents. Nicht so verbissen. Und der Sonnenaufgang ist einfach genial.

Tabitha: Was ist deine Lieblingsstelle der Strecke beim Palma Marathon?

Kasper: Man rennt ja zwei Runden, also zweimal 21 Kilometer und bei jeder Runde läuft man erst mal 5 Kilometer aus der Stadt und dann wieder in Richtung des Starts – so dass man nach 10 Kilometern den Startbereich mit einer Bomben-Stimmung, Zuschauern und motivierenden Sprechern am Mikro erlebt – das macht einfach richtig Lust auf mehr. Vor allem nach 31 Kilometern kriegt man einen echten Boost!

Ansonsten liebe ich es einfach durch Palmas Altstadt zu laufen. Auch wenn es streckentechnisch ganz schön taff ist. Da warten einige kleine hügelige Abschnitte und es geht oft ums Eck. Aber diese Szenerie ist einzigartig und super cool! Die vergisst man nie. Da sind so viele Menschen, Einheimische sitzen in den offenen Fenstern und winken, Touristen feuern einen aus den Cafés an, Palma ist ein lebendiger Ort mit viel Lebensfreude und Sportbegeisterung.

Tabitha: Was war anders in diesem Jahr?

Kasper: Es sind sonst deutlich mehr Teilnehmer auf der Strecke – so um die 10.000 Leute. In diesem Jahr waren nur 5.000 Läufer zugelassen, aber mir hat das ganz gut gefallen. So hatten wir alle noch mehr Platz. Es war eigentlich eine sehr entspannte Atmosphäre. Wir sind auch getrennt gestartet und nicht wie sonst mit den Halbmarathon-Teilnehmern zusammen. So konnte das Feld entzerrt werden. Auch die Siegerehrungen haben zu unterschiedlichen Zeiten stattgefunden.

Ich hatte den Eindruck, dass die Organisation noch professioneller war als sonst und man echt alles getan hat, um die Sicherheit von allen Anwesenden zu erhöhen. Das ist schon ein heftiger Aufwand gewesen, glaube ich. Davor habe ich großen Respekt. Die Veranstalter haben da echt einen super Job gemacht.

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Tabitha: Was muss man deiner Meinung nach unbedingt unternehmen oder anschauen, wenn man mal in Palma ist?

Kasper: Auf jeden Fall lohnt es sich, vor oder nach dem Lauf in die schöne Altstadt zu gehen und sich dort etwas Zeit zu lassen: Ein Eis zu essen. Sich in eines der vielen kleinen Cafés zu setzen. Auch zum Shopping ist Palma ideal.

Außerhalb der Stadt würde ich die touristischen Plätze meiden und eher die Dörfer besuchen, eine Radtour machen und zwischendurch mal Rast in einem kleinen Café machen. Da gibt es den besten Orangensaft der Welt. Auch bei Seafood und Wein hat Mallorca einiges zu bieten. Und wer Zeit hat, sollte sich die ganze Westküste anschauen. Einer meiner Lieblingsorte ist Port de Sóller.

Wir bedanken uns bei Kasper Laumann Hartlev für das Gespräch!

Fotocredits: Sportograf

Zum  Interview mit Siegerin 2021, Monika Frenger

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Webseite: Zafiro Palma Marathon