Mentaltraining für Läuferinnen
Foto: Christine Kolb – Mentaltrainerin und leidenschaftliche Läuferin
Mentaltraining für Läuferinnen
Was jede Läuferin über Mentaltraining wissen sollte!
Laufen beginnt im Kopf – nicht in den Beinen. Mentaltraining ist Gedankentraining, denn mentale Stärke entsteht nicht erst im Wettkampf – sie wird im Training geformt. Mentaltraining hilft dir zum Beispiel, dich selbst realistisch einzuschätzen, deine Konzentration zu schärfen und Bewegungsabläufe zu stabilisieren – besonders dann, wenn es im Lauf „eng“ wird.
Du arbeitest gezielt an deiner Motivation, denn die kann naturgemäß schwanken – selbst bei Leistungssportlerinnen. Du lernst, mit Tiefpunkten umzugehen und dranzubleiben – auch an Tagen, an denen der innere Schweinehund laut wird. Dabei lernst du, den Fokus auf den Prozess zu legen, statt dich nur auf das ergebnisorientierte Ziel zu fixieren – denn den Prozess kannst du aktiv beeinflussen. Und: Du stimmst dich mit einem individuellen mentalen Warm-up gezielt auf deinen Wettkampf und wichtige Trainingseinheiten ein – mit der richtigen Spannung zur richtigen Zeit.
Für den Wettkampf selbst entwickelst du klare Handlungspläne: Wie gehst du mit Einbrüchen, Gegenwind oder Störmomenten um? Was tust du bei einem schlechten Start? So behältst du auch in kritischen Situationen die Kontrolle.
Das Ziel: Immer häufiger in den Flow kommen – diesen mentalen Zustand, in dem alles mühelos läuft, du völlig im Moment bist und dein volles Potenzial abrufst.
„Mentale Stärke ist kein Zufall – sie ist trainierbar.“
Community-Aufruf präsentiert vom Swissalpine Flims Laax

Wir suchen dich
Du trainierst regelmäßig – aber mental fühlst du dich im Wettkampf blockiert, unsicher oder schnell unter Druck?
Christine Kolb begleitet eine ausgewählte Läuferin über 6 Monate im intensiven 1:1 Mentalcoaching. Wöchentliches Mentoring, individuelle Mentalübungen für deinen Alltag und eine gezielte Vorbereitung auf deinen großen Wettkampf.
Themen, die ihr gemeinsam angeht:
• Fokus & Konzentration im Training
• Umgang mit Wettkampfstress & Druck
• Selbstvertrauen, innere Ruhe & klare Ziele
• Mentale Wettkampfvorbereitung – auch bei unvorhergesehenen Herausforderungen
Dein Ziel: Ein mental starker Auftritt beim Swissalpine in Flims Laax (17.–19. Juli 2026) – der Startplatz und 2 Übernachtungen sind für dich inklusive.
Dein Wettkampf
Es erwartet dich ein Wettkampf in der Wunschdistanz. Der Swissalpine Flims Laax ist ein herausragendes Trailrunning- und Hiking-Event, das Läuferinnen und Wanderer vor der atemberaubenden Kulisse der Rheinschlucht und des UNESCO-Weltnaturerbes Sardona zusammenbringt. Seit seiner Gründung gehört der Swissalpine zu den traditionsreichsten Trail-Events Europas und findet 2026 am 18.–19. Juli in Flims Laax statt – als intensives Festival für alle, die Bewegung, Natur und alpines Flair erleben wollen. Mehr erfahren über den Swissalpine Flims Laax
Foto: Dan Patitucci
So nimmst du teil
Teilnahmevoraussetzungen:
• Du liebst das Laufen
• Du bist bereit, ehrlich an dir zu arbeiten
• Du hast ein aktives Instagram-Profil
• Du lässt dich über den gesamten Projektzeitraum vom Laufmagazin RUNTiMES begleiten
• Du nutzt WhatsApp
• Du kannst dir wöchentliche 30 Min. 1:1 Mentoring freihalten
Bewerbung per E-Mail oder Video (max. 60 Sek.) bis 18.01.2026: Erzähl mir, wer du bist, was deine größte mentale Herausforderung ist – und was du verändern willst. Bewirb dich bei Christine: stratletics@gmail.com
Laufen beginnt im Kopf. Wenn du bereit bist, dein nächstes Level nicht nur körperlich, sondern auch mental zu erreichen – dann bewirb dich jetzt.
3 Fragen an Sportmentaltrainerin Christine Kolb
Mentale Stärke entscheidet im Laufsport oft über Sieg oder Niederlage – oder darüber, ob wir überhaupt mit einem guten Gefühl an die Startlinie gehen. Viele Läuferinnen trainieren hart an ihrer körperlichen Form, doch der Kopf bleibt dabei häufig auf der Strecke.
Wir haben mit Sportmentaltrainerin Christine Kolb gesprochen und wollten wissen, wie Läuferinnen ihre mentale Kraft gezielt stärken können, welche Blockaden sie am häufigsten erlebt und warum ein strukturiertes Mentaltraining im Ausdauersport so wertvoll ist.
Was bedeutet mentale Stärke für Läuferinnen – und wie zeigt sie sich im Training und Wettkampf?
Mentale Stärke für Läuferinnen bedeutet, sich im Training und im Wettkampf ganz auf das zu konzentrieren, was im Moment zählt – ohne sich gedanklich mit möglichen Ergebnissen, Fehlern oder Konsequenzen zu beschäftigen.
Im Training zeigt sich mentale Stärke z. B. dadurch, dass man trotz Müdigkeit oder schlechter Bedingungen fokussiert bleibt, an seiner Technik feilt oder die Atmung bewusst kontrolliert.
Im Wettkampf – besonders in herausfordernden Situationen wie einem technischen Downhill oder einem schmalen Grat – bedeutet mentale Stärke, den Fokus komplett auf den nächsten sicheren Tritt zu richten. Wer anfängt, über einen möglichen Sturz oder eine schlechte Zielzeit nachzudenken, riskiert genau das: einen Fehler.
Mentale Stärke heißt: Fokus auf das Tun – nicht auf die Konsequenzen. Das Jetzt entscheidet.
Was kann Mentaltraining in einem halben Jahr bewirken, das allein durch körperliches Training kaum erreichbar wäre?
Körperliches Training verbessert Ausdauer, Kraft und Technik – keine Frage. Aber: Viele Rennen werden nicht in den Beinen entschieden, sondern im Kopf. Genau hier setzt Mentaltraining an – es stärkt mentale Kompetenzen wie Fokus, Selbstregulation, Emotionskontrolle und Umgang mit Druck.
In einem Zeitraum von sechs Monaten kann Mentaltraining enorm viel bewirken – zum Beispiel:
- Klarheit über persönliche Leistungsfaktoren schaffen (Was stärkt mich? Was schwächt mich?)
- Routinen für schwierige Situationen entwickeln, die unter Belastung abrufbar sind
- Innere Bremsen identifizieren und lösen – wie Angst, Blockaden oder Perfektionsdruck
- Aufmerksamkeitslenkung und Ankerstrategien trainieren, die dich in den Flow bringen
- Resilienz und Selbstwirksamkeit aufbauen – gerade bei Rückschlägen, Verletzungen oder Enttäuschungen
- und nicht zuletzt: mentale Wettkampfstärke entwickeln, die dich dann trägt, wenn andere mental „aussteigen“.
Diese Prozesse laufen nicht über Nacht – aber in sechs Monaten entsteht spürbare Veränderung. Was dabei kaum sichtbar ist, wirkt oft am stärksten: mehr Gelassenheit, bessere Selbsteinschätzung, stabile Leistung unter Druck. Mentaltraining ist also kein Add-on – sondern ein echter Leistungsfaktor. Und oft der entscheidende.
Mit welchen Fragen kommen Läuferinnen häufig zu dir?
1) Wie halte ich Schmerz im Wettkampf durch?
Der berühmte Einbruch kommt oft nicht durch den Körper, sondern durch den Kopf. Wer keinen mentalen Plan hat, steht dem Schmerz hilflos gegenüber. Deshalb entwickeln wir im Mentaltraining konkrete Handlungspläne für kritische Phasen: Was mache ich, wenn’s richtig hart wird? Welcher Gedanke gibt mir Kraft? Welche Bewegungsroutine bringt mich wieder in den Rhythmus? Und ganz wichtig: Wir trainieren diese Strategien und zwar unter wettkampfnahen Bedingungen!
Im Training kannst du das gezielt üben, z. B. mit kurzen, intensiven Belastungen, bei denen du deine Reaktionen beobachtest und steuerst. Der innere Dialog ist dabei entscheidend: Statt „Ich kann nicht mehr“ hilft ein Anker wie „Nur der nächste Schritt zählt“. Auch gezielte Aufmerksamkeitslenkung – z. B. auf die Atmung oder Technik – verhindert, dass du im Schmerz versinkst. So entsteht mentale Widerstandskraft, die dich im Wettkampf trägt.
2) Was hilft gegen Nervosität vor dem Wettkampf?
Nervosität ist völlig normal – und sogar nützlich, solange sie dich nicht blockiert. Entscheidend ist, ob du deinen persönlichen, idealen Spannungszustand findest. Das gelingt z. B. über ein mentales Warm-up mit Atemsteuerung, Aktivierungsroutinen, Musik oder gezielten Bewegungsabläufen.
Besonders hilfreich ist Biofeedback über den Hautleitwert: Dabei bekommst du direkte Rückmeldung darüber, ob du angespannt oder entspannt bist. So lässt sich dein Erregungszustand gezielt beeinflussen und regulieren – und du erkennst, welche Strategien bei dir wirklich wirken.
Ein zweiter, oft unterschätzter Schlüssel ist die realistische Selbsteinschätzung. Im sportartspezifischen Prognose- und Feedbacktraining schätzen meine Athletinnen ihre aktuelle Leistungsfähigkeit bewusst ein – nach klaren, sportartspezifischen Kriterien. Nach dem Training vergleichen wir: Was war anders als erwartet? Und vor allem: Wo waren Aha- und Wow-Momente? Diese bewusste Wahrnehmung von Fortschritten schafft ein stabiles Selbstbild – die beste Basis für mentale Sicherheit am Start.
3) Wie gehe ich mit Verletzungspausen um und bleibe mental stabil?
Verletzungen werfen dich nicht nur körperlich zurück, sondern oft auch emotional. Plötzlich fehlt dein Ventil, deine Routine, dein „Ich bin Läuferin“-Gefühl. Gerade in dieser Phase ist mentale Unterstützung besonders wichtig – denn die Erfahrung zeigt: Die Rückkehr nach einer Verletzung ist – neben der Wettkampfvorbereitung – eines der häufigsten Themen im Mentaltraining.
Ein zentraler Baustein ist das mentale Techniktraining. Dabei gehst du deine Laufbewegung im Kopf bewusst durch – vom Fußaufsatz über den Rhythmus bis zur Atmung. Grundlage ist ein Bewegungsskript, das über mehrere Wochen hinweg in verschiedenen Stufen systematisch erarbeitet wird: vom ersten schriftlichen Entwurf über Videoanalyse, emotionales Einfühlen und Aktivierungsarbeit bis hin zum mentalen Abruf unter verschiedensten Bedingungen – auch unter Zeitdruck, in Stresssituationen oder mit gezielten Störungen.
Ziel ist, dass du deinen Bewegungsablauf auch ohne körperliches Training wie aus dem Effeff abrufen kannst. Das stärkt nicht nur deine Selbstwirksamkeit, sondern hilft auch, deine Technik zu verfeinern – eine doppelte Chance zur Weiterentwicklung.
Ergänzend hilft ein Emotionstagebuch, um das Auf und Ab besser zu verarbeiten. Mit Erfolgsmonitoring dokumentierst du kleine Fortschritte, die sonst leicht übersehen würden. So wird die Verletzungspause keine Zeit des Stillstands, sondern eine Phase der inneren Weiterentwicklung – mental, emotional und sportlich.
Vielen Dank für das Interview!
Das könnte dich auch interessieren:






