Freundschaft und Teamgeist: Mehr Freude, Gesundheit und Erfolg

Wer gute Freunde hat, lebt gesünder und länger – und ist im Sport oft erfolgreicher. Ich finde es immer spannend, in Biografien nach den Helden zu suchen, die einen großen Anteil am Erfolg des Sportlers hatten. Allein schaffen wir selten etwas Großes. Wir sind keine Insel. Und spätestens seit der Corona-Krise ist selbst den hartgesottensten Einzelgängern klar, dass es ohne Gemeinschaft und Nähe kaum möglich ist, ein gelungenes und erfülltes Leben zu führen. Doch was genau macht ein starkes Team aus, wie können uns Freundschaften oder sportliche Partnerschaften schneller, fitter und langfristig erfolgreicher machen?

„Ohne Freunde ist unser Leben kein richtiges Leben!“
(Dante Alighieri)

Motto des Monats: Freundschaft und Teamgeist

Zu zweit ist es halb so schwer – warum Freundschaften beim Erreichen von Zielen helfen

Ob im Trainingsalltag oder wenn es darum geht, große Ziele zu erreichen: zu zweit ist es halb so schwer. Man ist nicht nur weniger einsam, sondern auch deutlich stärker.

RUNTiMES Inspiration des Monats

Erinnerungen für die Ewigkeit

Ich habe einige meiner besten Freundinnen beim Sport kennen gelernt. Mit Viola bin ich Seite an Seite meinen ersten Marathon in Hamburg gelaufen, sie war es auch, die mich beim 100-Kilometer-Lauf begleitet und angefeuert hat und bei der ersten Triathlon-Mitteldistanz nicht nur meine Angst- und Heul-Attacken am Abend vor dem Rennen mit Humor ertragen, sondern anschließend auch noch bis spät in die Nacht mit meinen völlig verknoteten Haaren gekämpft. Gute Freundschaften sind eines der größten Geschenke unseres Lebens. Und wer sie nicht erlebt, nicht sorgsam pflegt, der bringt sich um eine Menge Lebensfreude.

RUNTiMES Inspiration des Monats

Gemeinsamer Sport ist wie eine Schatzsuche

Erinnern dich deine sportlichen Abenteuer auch an manch spannende Schatzsuche in der Kindheit? Wir sammeln Erinnerungen, die uns kostbar sind, die wir teilen können. Erlebnisse, von denen wir auch Jahre später noch profitieren, von denen wir erzählen und deren Erinnerung in Kopf und Herzen bewahren, weil sie uns geprägt und bereichert haben.

Gemeinsame Erfahrungen schweißen zusammen, vor allem solche, die mit vielen und manchmal auch sehr verschiedenen Emotionen verbunden sind: Wir kennen alle den Schmerz, den Kampf bei Kilometer 38 und die unbändige Freude im Zielbereich, wo man sich endlich um den Hals fallen und anhalten kann.

Es ist einfach wundervoll etwas gefunden zu haben, was man teilt und was verbindet: die Liebe zur Bewegung und zur Natur. Den Wunsch, immer wieder neu seine Grenzen zu verschieben und sich zu steigern. Die Freude am Leben.

Vor allem bei Etappenrennen, wo man mehr Zeit miteinander verbringt als bei normalen Laufevents, trifft man allerlei interessante Persönlichkeiten. Wenn man wie beim „Brüder Grimm Lauf“ mehrere Tage oder beim „Transalpine Run“ gar eine Woche lang zusammen unterwegs ist und die Berge erklimmt, die Tiefen und Höhen teilt, dann wächst man miteinander oder bricht auseinander – je nachdem, wie gut das Team harmoniert und sich gegenseitig ermutigen und aushalten kann.

Es gibt sogar Rennen, bei denen man „aneinander gekettet“ läuft und schwimmt. So viel Nähe muss man erst mal ertragen können – und sich voll aufeinander verlassen und abstimmen.

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Der doppelte Trainingseffekt

Natürlich gibt es auch in Laufgemeinschaften immer ein gewisses Konkurrenzdenken, aber das ist gar nicht so schlecht: solch ein Motivationskick und Wettrenn-Charakter können einem sehr dienlich sein, um die nächste Bestzeit zu erreichen. Die Belastungsgrenze erreicht sich zu zweit leichter. Ich jedenfalls merke das jedes Mal beim Krafttraining und bei Ausdauereinheiten: wenn ich mit einer ebenbürtigen Sportlerin meine Kräfte messe, ist es deutlich effektiver, intensiver und bringt mich viel weiter.

Es ist immer leichter, jemanden runterzuziehen, als heraufzuziehen. Aber Freunde geben sich nicht auf, helfen einander neue Ziele zu erreichen. Wenn einer fällt, fängt der andere auf. Wenn einer stolpert, gibt der andere Halt, wenn eine zweifelt, ermutigt die andere. Das ist wahre Freundschaft und echter Teamgeist. Zu zweit sind die Wege schöner und einfacher zu bewältigen. Wer allein trainiert, gibt schneller wieder auf und findet schwerer die Motivation, „am Ball zu bleiben“.

Meine 7 Tipps für ein effektives Training mit Freunden

  1. Wettrennen wie früher in der Kindheit machen
  2. Gemeinsames Koppeltraining mit Radfahren und Laufrunde
  3. Zusammen Kraft trainieren: Zirkeltraining mit wechselnden Übungen (Einer bleibt 60 Sekunden lang im Unterarmstütz oder macht Liegestütze, während der andere 100 Meter sprintet. Wechsel)
  4. Gemeinsame Ernährungs-Challenge: 4 Wochen lang kein Zucker an Wochentagen, wer dagegen verstößt, muss den anderen zum Eis-Essen einladen. 😊
  5. Gemeinsam ein Jahresziel aussuchen und Etappen bis dahin festlegen
  6. Ein Freundschaftsbuch führen, mit Bildern und Erinnerungen an die schönsten sportlichen Highlights
  7. Sich gegenseitig überreden, alle 6 Wochen neue Trainingsreize zu setzen und neue Trainingsarten zusammen auszuprobieren. Zum Beispiel: TRX, Klettern oder Rudern

Wächst oder fällt man in meiner Nähe?

Es gibt ein wunderschönes und treffendes Zitat, das uns dabei helfen kann herauszufinden, ob jemand wirklich ein guter Freund ist – und auch ob wir selbst uns als guter Freund erweisen:

„Der einzige Beweis für und gegen einen Menschen ist, ob man in seiner Nähe steigt oder sinkt.“ (Robert Musil)

Ich hoffe, dass wir alle immer mehr zu Persönlichkeiten werden, in deren Nähe man wächst, ob sportlich oder menschlich. Die Menschen, mit denen wir viel Zeit verbringen, prägen uns. Und wir prägen sie.

Deine Tabitha

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