„Hab Spaß an der Jagd!“

Der Wings for Life World Run (WFLWR) geht in die achte Runde. Unter dem Motto „Laufen für die, die es nicht können“ gehen am 9. Mai weltweit wieder mehrere Tausend Sportler an den Start, um gemeinsam für die Rückenmarksforschung zu laufen. Das Besondere an dem virtuellen internationalen Wohltätigkeitslauf: Es gibt keine Ziellinie. Stattdessen laufen alle Teilnehmer so lange, bis ein Catcher-Car sie einholt. Das nimmt 30 Minuten nach dem offiziellen Start die Verfolgung auf und überholt nach und nach jeden Läufer. Wie sich das anfühlt, wird auch Finn kommenden Sonntag erleben – der Musiker wird das Team On beim WFLWR als Captain anführen. Wir haben mit ihm über sein persönliches Kilometerziel und das verbindende Gefühl beim Laufsport gesprochen.

RUNTiMES Läufermagazin

Wiebke: Welche Rolle spielt das Laufen für dich?

Finn: Das Laufen hilft mir Eindrücke, Erfahrungen oder Gedanken zu verarbeiten, meine Gefühle und Emotionen zu sortieren und mich geistig und körperlich zu entlasten – aber auch auszulasten. Das Laufen ist auch eine Art Meditation, die mich dabei unterstützt, meine Wünsche und Träume zu fokussieren und es macht mich ingesamt ausgeglichener.

Wiebke: Wie bist du zum Laufen gekommen?

Finn: Eine recht drastische Ernährungsumstellung hat mir gezeigt, dass ich nicht den Rest meines Lebens übergewichtig sein werde. Das Laufen war für mich die sinnvollste Art mit Sport und Bewegung anzufangen. Dass ich mich einmal so sehr darin verliere – das hätte ich nie gedacht.

Wiebke: Du wirst in diesem Jahr das Team On beim WFLWR anführen. Wie kam es dazu?

Finn: Ich habe die letzten Jahre viele eigene Projekte organisiert und durfte 2020 das erste mal im Zusammenhang mit dem TSP DIY (*The SpeedProject – Do It Yourself) mit On zusammenarbeiten. Was klein startete, wurde eine immer engere Zusammenarbeit und weitere Aktionen kamen hinzu. Der Wings For Life World Run wird nicht das letzte Projekt sein, für das On und ich zusammenkommen.

Wiebke: Was ist deine Funktion als Captain?

Finn: Meine Funktion ist die Kommunikation mit all den Läufern aus dem Team On für den Wings For Life World Run. Mein Ziel ist es, ein Gefühl von Teamzugehörigkeit und Gemeinschaft zu schaffen, die Läufer zu motivieren und mit allen Infos zu versorgen.

Wiebke: Was ist für dich das Besondere an diesem Laufformat?

Finn: Es ist ein globales Zusammenkommen von Menschen, die gemeinsam für all diejenigen laufen, die es nicht können. Dass mit der einfachen Bewegung des Laufens so einem komplizierten Feld wie der Rückenmarksforschung geholfen werden kann, ist etwas wahnsinnig Großes!

Wiebke: Warum ist es euch als Team On ein Anliegen die Rückenmarksforschung aktiv zu unterstützen?

Finn: Die Beweggründe im Team On sind sehr vielfältig. Für mich ist diese Art der Unterstützung wichtig, da ich dem Glauben folge, dass wir alle mehr füreinander da sein müssen. Die kleinste Geste kann für jemand anderes eine große Veränderung bringen. Und zu helfen ist immer ein Schritt in die richtige Richtung.

Wiebke: Was ist dein persönliches Kilometerziel beim WFLWR?

Finn: Ich bin zum ersten mal dabei und hoffe ich komme auf 40 km. Die letzten Jahre habe ich mich mehr auf lange Distanzen fokussiert, nicht auf Geschwindigkeit. Der Wings For Life World Run ist daher eine schöne Challenge für mich.

Wiebke: Du bist selbst Singer-Songwriter. Wirst du mit Musik in den Ohren laufen?

Finn: Ich laufe meistens mit Musik in den Ohren. Das kann unheimlich motivieren.

Wiebke: Woher kommt dieses verbindende Gefühl beim Laufsport, der ja eigentlich ein Einzelsport ist?

Finn: Wir wissen alle, wie gesund dieser Sport ist und dass er in etlichen Bereichen positive Auswirkungen auf unseren Körper und unseren Geist hat. Aber wir kennen auch alle den Schmerz, die Frustration oder Demotivation, die in unterschiedlichsten Formen auftreten kann. Das zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen, macht Laufen zu einem Teamsport.

Wiebke: Was empfiehlst du für die letzte Woche vor dem Start: Was kann und sollte man als Teilnehmer jetzt noch tun, um am 9. Mai topfit zu sein?

Finn: Man sollte alles tun, was gut tut! Wenn du dich gut vorbereitet hast und deinem Plan oder deinem Gefühl gefolgt bist, dann hast du alles richtig gemacht. Weniger ist jetzt mehr. Gut essen, gut schlafen und die Vorfreude spüren.

Wiebke: Hast du einen persönlichen Tipp, wenn einem das Catcher-Car schon im Nacken sitzt?

Finn: Hab Spaß an der „Jagd“! Hier geht es um den guten Zweck und darum, dass wir alle gemeinsam virtuell miteinander laufen. Also gib noch mal alles, wenn du Lust hast. Wenn du dann merkst: Da geht nichts mehr, dann lass dich catchen. Es gibts nichts zu verlieren! Mit deiner Teilnahme hast du schon gewonnen!

Wiebke: Möchtest du den Teilnehmern vor dem Start noch etwas mitgeben?

Finn: Habt Spaß! Auch, wenn es ein virtuelles Rennen ist, laufen wir trotzdem miteinander! Ich kann es nicht erwarten, mit euch allen an der Start zu gehen und bei diesem schönen Projekt dabei zu sein!

Wiebke: Vielen Dank für das Gespräch, Finn.

 

Das Gespräch führte Wiebke Knoche.

 

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